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Klimmach (wkl).
Aus dem Feiern gar nicht mehr heraus kommt die Pfarrei
Mater Dolorosa mit der Wallfahrt zum Heiligen Kreuz in Klimmach.
Nach der Weihe des neuen Volksaltars durch Weihbischof Josef Grünwald
vor wenigen Woche n
sind in der Staudenpfarrei nahtlos die Planungen und Vorbereitungen
für den 300. Weihetag der Kirche im kommenden Jahr angelaufen. Fast
untergegangen wäre da um’s Haar ein weiterer runder Festtag:
Pfarrer Kresimir Gagula, seit mittlerweile 18 Jahren in den Stauden
als Seelsorger tätig, feierte am 1. November seinen 50. Geburtstag.
Um eine humorvolle Antwort nie verlegen, antwortete der beliebte
Geistliche auf die Frage zahlreicher Gratulanten, wo er denn seinen
Geburtstag gefeiert habe: „Auf dem Friedhof!“ Denn als
Seelsorger von drei Pfarreien mit insgesamt acht Stadt- bzw.
Ortsteilen (Klimmach, Birkach, Leuthau, Waldberg, Kreuzanger,
Reinhartshausen, Burgwalden und Hardt) standen am Feiertag
Allerheiligen traditionell jede Menge Gottesdienste mit
Gräberbesuchen auf dem Programm. „Für’ s Feiern blieb da
einfach keine Zeit“, lacht der frisch gebackene Fuffziger. Das
wurde am darauf folgenden Wochenende nachgeholt. Die Vertreter der
kirchlichen Gremien seiner drei Pfarreien Klimmach, Waldberg und
Reinhartshausen, einige Verwandte, sowie viele Mitarbeiter und
Weggefährten im kirchlichen Dienst ließen ihren Pfarrer im
Klimmacher Bürgerhaus richtig hoch leben.
1959
in Banja Luka, der zweitgrößten Stadt in Bosnien-Herzegowina
geboren, wollte der Kroate Kresimir Gagula nach dem Abitur
eigentlich Bauingenieur werden. Vom Elternhaus in religiösen Dingen
alles andere als „vorbelastet“, drängte es ihn dann jedoch in
ein Priesterseminar. |
Nach
und nach reifte in dem jungen Kresimir der Entschluss, Priester zu
werden. „Es war die Begegnung mit den unterschiedlichsten
Menschen, die auf der Suche nach Gott waren, die mich antrieb und
denen ich bei ihrer Suche helfen wollte!“ Dies war der letzte
Auslöser für seine Entscheidung. Das Leitwort für seine Berufung
fand er in der Bibel: „Wenn Gott dich nicht dort gewollt hätte,
wo du bist, hätte er dich nicht dort hingestellt!“ Nach dem
Studium der Philosophie und der Theologie in Sarajewo von 1978 bis
1985, unterbrochen durch einen zweijährigen Militärdienst, wurde
Kresimir Gagula am 23. Juni 1985 in seiner Heimatstadt von Bischof
Franjo Komarica zum Priester geweiht. Weil die Repressionen des
kommunistischen Staates gegen die katholische Kirche immer
unerträglicher wurden, brach er 1990 seine begonnene Doktorarbeit
ab, verließ seine Heimat und „heuerte“ in der Diözese Augsburg
an. Nach Kaplanstellen in Söcking und in Augsburg wurde er am 1.
September 1991 zum Pfarrer von Klimmach bestellt, ein Jahr später
auch zum nebenamtlichen Pfarradministrator und „Radegundispfarrer“
von Waldberg und von Reinhartshausen. Wenn ihm sein Full-Time-Job
mit rund 1500 Katholiken ein wenig Zeit lässt, dann beschäftigt er
sich mit historischen Büchern und hört gerne Musik aller
Stilrichtungen. Seine E-Gitarre hat er schon lange an den Nagel
gehängt. Als begeisterter Fußballer hat er es auch in einer
anderen Sportart weit gebracht: bis zur Platzreife beim Golf. „Jetzt
muss ich an meinem Handicap arbeiten!“ lacht der bei seinen
Gläubigen so beliebte „Staudenpfarrer“ mit den kroatischen
Wurzeln.
Fotos: Walter Kleber |