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Gedanken
zur Altarweihe durch den Hochwürdigsten Herrn Weihbischof Josef Grünwald,
Augsburg, in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mater Dolorosa zu Klimmach am 11.
Oktober 2009.
- Dokumentation -
Anlässlich der
Konsekration des neuen Zelebrationsaltares in der Pfarrkirche Klimmach sind
Inhalt und Gestalt des neu errichteten Altares der Pfarrgemeinde vorzustellen.
Zu Wesen und Würde des Altares:
Christus, der Altar des Neuen Bundes
Die Väter der Kirche haben, gestützt auf Gottes Wort, immer wieder bezeugt,
dass Christus Opfergabe, Priester und Altar seines eigenen Opfers ist.Im Brief
an die Hebräer wird Christus nämlich als Hoherpriester und als lebendiger
Alter des himmlischen Tempels bezeichnet. In der Offenbarung des Johannes
erscheint unser Erlöser als das geschlachtete Lamm, dessen Opfer durch den
heiligen Engel zum himmlischen Altar gebracht wird.
Der Christ ein geistiger Altar
Da Christus, unser Haupt und Lehrer, der wahre Altar ist, sind auch wir, seine
Glieder und Jünger, geistliche Altäre, auf denen Gott das Opfer eines heiligen
Lebens dargebracht wird.Nach einem anderen, von den Kirchenschriftstellern häufig
gebrauchten Bild sind die Christen, die sich dem Gebet widmen und ihre Fürbitten
vor Gott tragen, selber lebendige Steine, aus denen der Herr Jesus den Altar der
Kirche erbaut. (siehe erster Petrusbrief)
Der Altar, Tisch des Opfers und des österlichen Mahles
Christus, der Herr, hat in Gestalt eines Opfermahles das Gedächtnis jenes
Opfers gestiftet, das er auf dem Altar des Kreuzes dem Vater darbringen sollte.
So hat er den Tisch geheiligt, um den sich die Gläubigen zur Feier seines Todes
und seiner Auferstehung versammeln.Der Altar ist also Tisch für Opfer und Mahl.
An diesem Tisch repräsentiert der Priester Christus, den Herrn, und tut, was
dieser getan und den Jüngern zu seinem Gedächtnis zu tun aufgetragen hat.
Der Altar Sinnbild Christi
Zwar können die Christen, wenn die Verhältnisse es erfordern, das Gedächtnis
des Herrn überall feiern und sich um seinen Tisch versammeln. Aber es ist der
Eucharistie angemessen, dass sie zur immer wiederkehrenden Feier des
Herrenmahles in ihren Pfarrkirchen feststehende Altäre errichten, wie das schon
seit alter Zeit geschieht. Das gebräuchlichste Material für den Altar
ist der Naturstein. Er wird schon im alten Testament beschrieben z. B.
als der Block aus rohem, unbehandeltem Stein.In allen Kirchen ist der Altar
„Mittelpunkt der Danksagung“, die in der Eucharistie gefeiert wird. Auf
diesen Mittelpunkt sind alle anderen gottesdienstlichen Feiern ausgerichtet.
Weil am Altar die Gedächtnisfeier des Herrn begangen wird und den Gläubigen
sein Leib und sein Blut gereicht wird, haben die Kirchenschriftsteller im Altar
ein Sinnbild für Christus gesehen. Daher hat man gesagt: „
Der Altar ist Christus“. (siehe
Allgemeine Einführung in das römische Messbuch)
Mitte des 16. Jahrhunderts
führte ein durch Hans von Rechberg geschenktes Kreuzpartikel, d. i. eine Berührungsreliquie
am Kreuz Christi, zu einer regen Wallfahrt. 1705-08 errichtet, als Hauptwerk des
Baumeisters und Stukkators Matthias Stiller aus Ettringen, ist diese
Pfarr- und Wallfahrtskirche ein qualitätsvolles Beispiel von Bau- und
Ausstattungskunst im Bistum Augsburg im hochbarocken Gewande. Einheitlichkeit
und Ausgewogenheit von Architektur, kunstvollem Stuck, Plastik und
Altarausstattung stiften durch ihre lichtvolle Erscheinung ein barockes
Gesamtkunstwerk. Dieser Festsaal unseres Dreifaltigen Gottes ist ikonografisch
ausgerichtet auf das Zentrum christlichen Glaubens, das Heilige Kreuz. Als
Wege-Kirche beschreibt sie den
Pilgerweg unter das Kreuz, das zum Siegeszeichen über den Tod wird. Wenn nun
nach dreihundert Jahren ein neuer Altar errichtet wird, ist dieser ein
selbstverständliches Zeugnis zu Tod und Auferstehung Jesu Christi dieser
Pfarrgemeinde am Beginn des 21.
Jahrhunderts. Der Altar ist als neuer „Mittelpunkt der Danksagung“
konzipiert, dass der schöne weite Altarraum möglichst offen und einladend
wirken kann. Entwürfe zu Altar und Ambo stammen von Felix J. Landgraf,
Augsburg. Die Begleitung von vielen Beispielen im Bistum Augsburg erbrachte die
Erkenntnis, dass der vorhandene Raum mit größtem Respekt behandelt werden muss
und dass Altar und Ambo das hervorheben sollten was auf ihnen gefeiert und verkündet
wird, Wort und Sakrament, frohe Botschaft des Evangeliums und Eucharistie
= Danksagung. Die T-Form des Altares weist auf das Tau -Kreuz. Der Stipes
(Altarfuß) trägt eine rechteckige Altarplatte (Mensa) in die fünf Kreuze
eingehauen sind, die an die fünf Wundmale Christi erinnern. Mittig das Datum
der Altarweihe eingefügt. Das Altarkreuz in Form des Ulrichskreuzes ist zusätzlich
als Steinintarsie (Porphyr) in die Mensa eingelegt. Heller heimischer
Marmor (Kelheimer Auerkalkstein, Klassik) integriert
sich selbstverständlich zwischen dem hellen, lichten Bau und seinem Solnhofener
Rosenspitz Steinboden. Eine dunkel-rötliche Porphyrsteinplatte bezeichnet
das Sepulcrum (=Reliquiengrab) der Heiligen und Martyrer, die im Rahmen
des römischen Weiheritus vom Bischof in den Altar eingefügt werden: die
Heilige Martyrerin Christina, und die Heilige Franziskanerin Crescentia Höß
aus Kaufbeuren. Der Ambo in Materialanalogie ist eine Vertikalkonstruktion, die
das aufgeschlagene Evangelien-Buch oben raumwirksam
betont. Er wurde im Ensemble mit dem Altar formal sehr zurückhaltend
konzipiert um das Raumensemble würdig zu ergänzen.
Herzlich danke ich
Herrn Steinmetzmeister Martin Regauer aus Buchloe für die qualifizierte
bildhauerische Ausführung.
Dank auch allen
Verantwortlichen der Pfarrei Klimmach, den Herren der Kirchenverwaltung mit
Herrn Kirchenpfleger Eggersdorfer und Herrn Pfarrer Gagula für die umsichtige
und gute Führung bei der Entwicklung, Planung und Ausführung des
Gesamtprojekts. Allen lebenden und
verstorbenen Stiftern und Spendern ein Vergelt´s Gott!
Felix Johann Landgraf, Kunstbeauftragter im Fachreferat kirchliches Bauwesen
und Kunst der Diözese Augsburg
Die Neugestaltung intendierte keinen musealen, theatralischen Rahmen, sondern
versuchte mit fachkundigen (Kunst-) handwerkern
aus dem schwäbischen Barockwinkel die spürbare Anwesenheit unseres
Dreifaltigen Gottes zu einer atmosphärischen Verdichtung zu führen.
Allen Verantwortlichen in
Kirchenverwaltung und Pfarrei, HH. Pfarrer Gagula, Herrn Kirchenpfleger
Eggersdorfer dem Steinmetzmeister
Martin Regauer danke ich für die gute, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte
Zusammenarbeit. Allen hochherzigen Spendern sei der wunderbare Raum dankbar zur
Erbauung und als geistliche Heimat übergeben, denn er zeugt vom Heiligen in
dieser Welt und einer lebendigen Gemeinde.
Felix Johann Landgraf, Kunstbeauftragter
Bischöfliche Finanzkammer
Fachreferat kirchliches Bauwesen und Kunst
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