Wir befinden uns in einem, im weiten Umkreis nahezu einzigartigen einheitlich
barocken Sakralbau.

Beim Betreten des Kirchenschiffes fällt unser Blick zuerst auf den Chorraum,
dessen Mittelpunkt die Apis der Kirche mit dem Hochaltar bildet.
Das Altarbild zeigt die Kreuzigung Christi, Werk des Münchner Hofmalers
Johann Degler, entstanden 1708/09 (Öl auf Leinwand, 1947 renoviert); links und
rechts des Bildes stehen zwei große Holzfiguren, in denen wir den Kaiser
Konstantin und die Kaiserin Helena erkennen können, gefertigt von Bildhauer
Martin Beichel aus Türkheim, 1708/09.

Die Heiligengeschichte erzählt, dass die Kaiserin Helena,
Mutter des römischen Kaisers Konstantin, durch eine Erscheinung im Traum von
Gott aufgefordert wurde, nach Palästina zu reisen, um die Hl. Stätten
aufzusuchen. In Jerusalem soll Helena dann im Jahr 326 das Kreuz Christi
gefunden haben. Kaiser Konstantin der Große soll daraufhin, den Bitten seiner
Mutter folgend, die Basilika “S. Croce in Gerusalemme” (Heiliges Kreuz in
Jerusalem) errichtet haben. Diese soll als Aufbewahrungsort des Heiligen Kreuzes
gedient haben. Lange Zeit wurde in der Katholischen Kirche jährlich am 3. Mai
das Fest “Kreuzauffindung„ gefeiert.
Der
Aufbau des Hochaltars sowie die Aufbauten der beiden vorderen Seitenaltäre
stammen aus der Kistlerwerkstatt des Türkheimer Hans Bergmüller, 1708/09.
Weitere Figuren im Chorraum stellen die vier Evangelien, links Markus und
Johannes, rechts Lukas und Matthäus dar, Werke des Bildhauers Beichel.
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| Evangelist Markus |
Evangelist Matthäus |
Das
Deckenfresko im Altarraum, die Himmelfahrt Christi wie auch die beiden
Wandfresken im Chorraum, südlich die Arche Noah und gegenüber Schiff mit Graf
Hans von Rechberg, Stifter des Kreuzpartikels, in Seenot entstanden von
der Hünstlerhand des Hiltenfinger Malers Michael Niggl, 1708/09.
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| Deckenfresko |
Graf Hans von Rechberg |
Im Kirchenschiff
können wir weitere Deckenfresken bewundern:
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| Kreuzauffindung |
Lohn des Kreuztragens |
Wunderbarer
Wessobrunner Stuck von Matthias Stiller und seiner Werkschar umrahmt und
vollendet die Bildfelder sowie das gesamte Deckengewölbe (renoviert 1993/94).
Den
Blick den beiden vorderen Seitenaltären zugewandt, finden wir als Hauptbilder,
links die Aufrichtung des Kreuzes, rechts die Kreuzannagelung, darüber Bilder,
die links den Hl. Petrus, rechts die Hl. Margaretha darstellen. In der
Pedrella sehen wir weitere Ölbilder (beide aus der 1. Hälfte des 19. Jh.),
nördlich die Verkündigung an Maria, südlich die Taufe Christi.
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| rechter Seitenaltar und Kapellenaltar |
linker Seitenaltar und Kapellenaltar |
Die
beiden Seitenkapellen, die unserer Kirche die Form eines Kreuzes geben, kamen
erst im Jahr 1729 hinzu. Die Kapellenaltäre entstanden im Jahr 1735
und stammen wohl aus der Werkstatt des Dominikus Bergmüller. Die dazugehörenden
Altarbilder wurden in der 1. Hälfte des 19. Jh. ausgewechselt und
zeigen uns auf der linken Seite Maria unter dem leeren Kreuz, auf der rechten
Seite Tod Mariä. - An den Sockeln beider Altäre befinden sich je ein
verglaster Schrein mit einer spätbarocken Plastik, nördlich Schmerzensmann, südlich
Pietà.
Während
Altarbilder und Deckenfresken im Kirchenschiff und Chorraum die besondere
Verehrung des Heiligen Kreuzes zum Ausdruck bringen, wenden die Auszüge der
beiden Seitenkapellen die Verehrung in besonderer Weise auch der Schmerzhaften
Muttergottes zu.
Hierzu
sei erwähnt, dass der damalige Pfarrer und Bauherr unserer Kirche, Michael
Menner, 1726 die Bruderschaft zu Ehren der Sieben Schmerzen Mariens
errichtete (die Bruderschaft zum Hl. Kreuz wurde bereits 1714 eingeführt);
daher der Anbau der beiden Seitenkapellen und vermutlich auch das Patrozinium
unserer Pfarrkirche „Mater Dolorosa” (Schmerzhafte Mutter).
Christi
Mutter stand mit Schmerzen
bei dem Kreuz und weint von Herzen
als ihr lieber Sohn dahing.
Durch die Seele voller Trauer,
schneidet unter Todesschauer
jetzt das Schwert des Leidens ging.
Welch ein Schmerz der Auserkornen,
als sie sah den Eingebornen,
wie er mit dem Tode rang.
Angst und Jammer, Qual und Bangen,
alles Leid hielt sie umfangen,
das nur je ein Herz durchdrang.
Drücke deines Sohnes Wunden,
wie du selber sie empfunden,
heilge Mutter in mein Herz.
Dass ich weiß, was ich verschuldet,
was dein Sohn für mich erduldet,
gib mir Teil an deinem Schmerz.
Am
rückwärtigen Ende der Kirche, an den beiden Emporenbrüstungen, dürfen wir
noch einige Ölbilder des Münchner Hofmalers Johann Degler bewundern; sie
zeigen uns zehn verschiedene Szenen des Leidens Christi:
unten
(von Süden nach Norden) Geißelung und Verspottung Christi, Christus vor
Pilatus, Hl. Veronika mit dem Schweißtuch, Kreuzannagelung.
oben
Christus und die weinenden Frauen, Christus in Gethsemane, Judaskuss, Vorführung
Christi vor Pilatus, Christus wird zur Richtstätte abgeführt.
Bemerkenswert
erscheinen uns noch die Kanzel, ca. 1735 entstanden (Dominikus Bergmüller)
Ausführung, Verzierungen und Trag-Engelfigur im Stil der Rokokozeit; sowie
Beichtstühle, Werke des Andreas Bergmüller, mit interessanten Schnitzereien.

Die
kleinen ovalen Ölbilder auf den Beichtstühlen stammen aus der 1. Hälfte
des 18. bzw. aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, dargestellt
sind verschiedene Motive aus der Hl. Schrift.
Bevor
wir die Kirche verlassen, wollen wir uns noch dem besonderen “Schatz” im
Tabernakel unserer Kirche zuwenden, dem Kreuzpartikel.
An
den Tagen, wenn Wallfahrer zu unserer Kirche pilgern oder an besonderen Festtagen
wird das Heilige Kreuz durch einen besonderen Ritus verehrt und die Gläubigen
werden durch Auflegen des Kreuzpartikels gesegnet.
(Das
Patrozinium wird gefeiert am Samstag vor dem Palmsonntag; das Fest Kreuzerhöhung
am Sonntag um den 14. September)
Sei gegrüßt, heiliges und verehrungswürdiges Kreuz.
Sei gegrüßt, ruhmreiches und hochgelobtes Kreuz.
Hoffnung den Niedergeschlagenen und Trost den Gläubigen,
denn durch dich ist uns Heil und Erlösung geworden.
An dir hat der ehrwürdige Leib Christi gehangen.
Durch dich wurde uns Hilfe in allen Nöten,
neues Leben im Unglück, Stärkung im Tod.
Durch dich wurde uns Befreiung aus der Macht des Bösen
und Errettung vom ewigen Verderben.
Durch dich steht mir der Zugang zum Paradies offen,
und die Gemeinschaft mit meinem Erlöser,
der an dir gehangen hat,
werde meiner Seele nach diesem armen Erdenleben zuteil.
Anmerkung:
Die Kirche wurde 1872, 1899, 1926, 1951/54m 1974/75 (außen) und
zuletzt 1993/94 (innen) renoviert.
Bei der letzten Renovierung waren einige Firmen sowie auch Mitglieder der
Pfarrgemeinde Klimmach aktiv beteiligt.
Finanziell wurde diese Renovierung unterstützt von der Bischöflichen
Finanzkammer Augsburg, durch Spenden der Stadt Schwabmünchen, verschiedener
Firmen und Einrichtungen, jedoch zum größten Teil durch Spenden der
Pfarreimitglieder selbst
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